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Aus der Geschichte des preußischen Landkreises Erfurt
1816 - Nach der Niederlage von Napoléon Bonaparte legte der Wiener Kongress 1815 die Grenzen in Europa neu fest. Das Erfurter Gebiet wurde erneut den Preußen zugesprochen. Die preußische Regierung begann mit dem Aufbau einer neuen Verwaltungsorganisation. Im April 1815 entstand der Regierungsbezirk Erfurt. Im April 1816 wird dieser in neun Kreise geteilt, der Landkreis Erfurt wurde gegründet.
1819 - Auf Anordnung des Landrates wurden monatlich Schulzen-Konferenzen (Kreistag) abgehalten.
1820 - Auf Erlass von König Friedrich Wilhelm III. trat die Gewerbesteuer in Kraft.
1828 - Das Originalrezept für die Zubereitung von Aromatique wurde in Neudietendorf kreiert.
1831 - Die Cholera griff um sich. Besonders betroffen waren die Dörfer an der Gera.
1840 - In Kleinrudestedt wird die einzige Biedermeierkirche im Landkreis gebaut.
1842 - Der Kreistag bewilligt 9.557 Mark zur Pflege und Fürsorge von Geisteskranken und Taubstummen. Ein Hospital zur Betreuung ist z. B. das St. Georgii zu Büßleben.
1843 - Die erste Poststelle (Thurn und Taxis) wurde in Neudietendorf gegründet.
1847 - Die Strecke Weimar - Eisenach der Thüringer Eisenbahn, mit Haltestellen in Neudietendorf und Vieselbach, wurde eröffnet.
1851 - Gründung des landwirtschaftlichen Kreisvereins. Es entstanden zu dieser Zeit eine Vielzahl von weiteren Obst-, Gartenbau- und Lokalvereinen.
1861 - Die Pferdefahrpost zwischen Erfurt und Sömmerda wurde eröffnet. Die Kosten je Fahrt von Stotternheim nach Erfurt betrugen zuerst 6, später 7 1/2 Silbergroschen. Die Einnahmen des Kreises sind erstmals größer als die Ausgaben.
1863 - In Gebesee wurde mit dem Anbau einer neuen Farbpflanze, dem Saflor, auch falscher Safran genannt, begonnen.
1865 - Die Sparkasse in Vieselbach wurde gegründet.
1868 - Ersteinsatz von Dreschmaschine, Futtermaschine und Tiefpflug in Töttelstädt. Im Kreis gab es 56 Vereine mit 282 Mitgliedern.
1869 - Eröffnung der Eisenbahnstrecke Erfurt - Nordhausen mit Eisenbahnstationen in Gispersleben, Walschleben, Ringleben und erst 1897 Kühnhausen.
1872 - Die Stadt Erfurt schied aus dem Kreisverband aus. In Erfurt blieb jedoch der Sitz der Kreisverwaltung.
1876 - Im Landkreis wurden 103 Personen zur Einkommensteuer in einer Gesamthöhe von 525.272 Mark verpflichtet.
1878 - Es wurden die ersten Pferdefeuerwehren gegründet.
1879 - Auf 40 Gemeinden im Kreis kamen 24 Armenhäuser.
1880 - Die Volkszählung ergab 24.699 Einwohner und 4.461 Wohngebäude im Landkreis.
1883 - Die Krankenversicherung wurde auch auf die Landbevölkerung ausgedehnt. Es entstanden Ortskrankenkassen.
1885 - Der Landkreis beschloss den Bau eines Kreishauses als zukünftigen Sitz der Kreisverwaltung.
1887 - Berufsgenossenschaften organisierten sich im Landkreis.
1889 - Gründung der Raiffeisenkasse Witterda.
1893 - Der Vertrag zwischen der Königlichen Eisenbahndirektion und dem Erfurter Landkreis zur Einrichtung einer Eisenbahn von Kühnhausen nach Elxleben, Witterda, Dachwig, Döllstädt, Langensalza wurde abgeschlossen.
1902 - Die Einwohnerzahl im Landkreis hatte sich auf 33.116 erhöht.
1920 - In den Schulen, die dem Landkreis unterstellt waren, erfolgten erstmals Elternbeiratswahlen.
1924 - Durch die Zunahme der Dienstgeschäfte sah sich der Landrat veranlasst, Sprechzeiten von 8:00 bis 13:00 Uhr einzurichten.
1926 - Die Bahnstrecke Erfurt-Nord - Erfurt-West - Nottleben wurde in Betrieb genommen.
1932 - Mit der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen wurden die Landkreise Weißensee und Erfurt zum LandkreisWeißensee mit Sitz in Weißensee zusammengeschlossen.
1944 - Der Regierungsbezirk Erfurt wurde bei der Aufteilung der Provinz Sachsen dem Reichsstatthalter in Thüringen zugeteilt.
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