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1934 - 1935 Die Gemeinde wird kanalisiert. Die Haupt- und Nebensammler werden teilweise in Eigenleistung der Anlieger von Hand geschachtet und verlegt.
1937 Ein neues Gemeindebackhaus wurde erbaut.
In diesem Jahr bekam auch die Feuerwehr eine Motorspritze mit einer Leistung von 400 Litern.
1939 - 1945 Während des 2. Weltkrieges werden 120 Männer der Gemeinde zum Wehrdienst eingezogen. Im Gasthaus "Deutscher Hof" wird ein Kriegsgefangenenlager für politische Gefangene eingerichtet, die in landwirtschaftlichen Betrieben zur Arbeit herangezogen werden. Später hinzukommende französische Gefangene bleiben bis zum Kriegsende. In den letzten Kriegstagen werden KZ-Häftlinge durch Töttelstädt transportiert und über Nacht einquartiert, bevor ihr Marsch zum KZ Buchenwald, der vielen von ihnen den Tod brachte, fortgesetzt wird. Der Krieg fordert unter den Dorfbewohnern 33 Opfer an Toten und Vermissten.
1945 Am 10. April besetzen amerikanische Truppen nach vorausgegangenem Artilleriebeschuss ohne Kampfhandlungen den Ort. Schmiedemeister Artur Müller bewahrt durch das Hissen einer weißen Fahne auf dem Kirchturm das Dorf vor der Zerstörung. Dennoch kommt es zu Einquartierungen und Plünderungen. Im Juni 1945 wird Thüringen auf Beschluss der Alliierten durch sowjetische Truppen besetzt und Töttelstädt bekommt einen sowjetischen Kommandanten mit Sitz in Molschleben.
1946 Umsiedlung der Deutschen aus Tschechien und den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Am 9. Mai 1946 kam ein geschlossener Transport mit 101 Umsiedlern aus dem Sudetenland an. Insgesamt nahm die Gemeinde ca. 250 Umsiedler auf.
1948 Auch in unserer Gemeinde wurde die Bodenreform durchgeführt. Dabei wurden 3 Betriebe enteignet und dem Bodenreformfonds übergeben. Neue Besitzer wurden Umsiedler aus dem Sudetenland und ein Bauer aus Töttelstädt.
1952 Am 9. August wurde das "Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Land Thüringen" veröffentlicht. Danach sollte das Land Thüringen in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl mit 32 Landkreisen sowie die Stadtkreise Erfurt, Gera, Jena und Weimar gegliedert werden. Töttelstädt wird dem Kreis Erfurt-Land zugeordnet.
1956 Mit einem Kostenaufwand von 45.000 Mark wird vom Erfurter Tor bis zur Kirche die Dorfstraße gepflastert.
1957 Der erste Fernsehempfänger der Gemeinde wurde am 5. Februar bei dem Friseurmeister Willi Zimmermann aufgestellt.
Am 30. November 1957 fand die erste öffentliche Elferratsitzung des Töttelstädter Karneval statt.
1958 Töttelstädt hat 673 Einwohner.
Am 28. März wurde die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft "Der große Schritt" gegründet. Am Jahresende bewirtschaftete die LPG 220 ha und hatte 41 Mitglieder.
Nach einigen Monaten Bauzeit wurde der Kirchturm neu gedeckt. Ebenfalls wurde der Turmknopf heruntergenommen, repariert und mit einer neuen Wetterfahne versehen. 76 Jahre waren seit der letzten Herunternahme vergangen, deshalb wurde die Chronik für diese Zeit ergänzt.
1959 Im Mai wurde eine zweite LPG von 5 Betrieben mit dem Namen "Weißbachtal" gegründet. Die eingebrachte landwirtschaftliche Nutzfläche betrug 48,6 ha.
Es wurde eine Omnibuslinie zwischen Bienstädt und Erfurt eingerichtet. Der Bus verkehrt dreimal wöchentlich.
Auf Beschluss des Rates des Kreises Erfurt wurde die Gemeinde Töttelstädt zum Zentraldorf erklärt. Zum Zentraldorfbereich gehören die Orte Zimmernsupra, Bienstädt, Alach mit Salomonsborn und Schaderode.
Seit Oktober dieses Jahres besteht in Töttelstädt eine Zentralschule. 4 Lehrkräfte unterrichten 123 Schüler in den Klassen 1 bis 8. Im Kindergarten werden 40 Kinder von 3 Kräften betreut.
1959 sind 16 Einwohner in Besitz eines Fernsehgerätes. Auch die Motorisierung nimmt weiter zu. Zur Zeit gibt es 8 Autos und 40 Motorräder.
1961 Eine neue Freileitung vom Bahnhof Zimmernsupra-Töttelstädt wird bis zum Ortseingang verlegt. In der Flur werden zwei Bohrtürme zur Gewinnung von Erdgas aufgestellt, die Bohrungen wurden wegen geringer Ergiebigkeit jedoch wider eingestellt.
Die Polytechnische Oberschule wird um eine Klasse erweitert. 8 Lehrkräfte betreuen 160 Schüler. Eine Kinderkrippe erfreut sich großer Beliebtheit.
1962 Die 1891 erbaute große Schule wird aufgestockt, sie hat jetzt vier große Klassenräume.
1965 Die örtlichen Bekanntmachungen, die bisher vom Gemeindediener mit der Schelle bekannt gegeben wurden, werden nun von einer Ortsfunkanlage ausgestrahlt.
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